Meine Zeit – meine Kraft: Wie ich mich als Mama wiedergefunden habe

Kurz gesagt

Als junge Mama war für Donna schon fünf Minuten in Ruhe duschen ein Luxus. Nach einem Jahr mit einem völlig neuen Rhythmus hat sie sich wiedergefunden. Was ihr geholfen hat: sich Zeit für sich selbst zu erlauben, Hilfe anzunehmen und zwei einfache Übungen aus der Positiven Psychologie.

Kennst du das Gefühl, wenn fünf Minuten in Ruhe duschen plötzlich ein Privileg sind? Etwas, worauf du den ganzen Tag gewartet hast? Diese fünf Minuten ganz für mich – und selbst dann mit einem Ohr draußen, ob alles in Ordnung ist – sind für mich als junge Mama unglaublich wertvoll geworden.

Der Plan und die Wirklichkeit

Ich erinnere mich an den ersten Tag, an dem wir zu dritt allein waren: ich, mein Mann und unser neues, weinendes Familienmitglied. Ich saß am Tisch, hatte eine Woche lang kaum geschlafen, mein Kind weinte, und ich fragte mich, ob ich jemals wieder irgendetwas in Ruhe tun kann.

In der Schwangerschaft hatte ich einen Plan: Ich werde unabhängig sein und keine Hilfe brauchen. Ich werde nicht zu den Mamas gehören, die keine Zeit fürs Essen haben. Die Wirklichkeit war anders. Ich brauchte die Hilfe meines Mannes und meiner Mutter – eine ganze Hilfsarmee wäre willkommen gewesen. Und natürlich war ich die Mama, die gestresst aufs Klo ging und keine Zeit zum Essen hatte.

Mama mit Baby – Zeit für sich finden nach der Geburt

Wenn die Morgenroutine verschwindet

Ich war – Betonung auf „war“ – verliebt in meine Morgenroutine. Als Kosmetikerin gehörte die Gesichtspflege mit allen Extras zu meinem Leben: in Ruhe frühstücken, und dann ein verdienter Kaffee. Mit Baby sah der Morgen so aus: stillen, wickeln, schnell etwas essen, Zähne putzen mit dem Kind im Arm. Erst zwei Stunden später war mein Gesicht dran. Manchmal hab ich überlegt, ob ich mich nicht lieber noch einmal mit dem Kind hinlege. Oft hab ich mir meine Pflege erst in der Mittagspause gegönnt.

„Ich existiere nicht mehr“

Viele Male hab ich mich bei einem wütenden Gedanken ertappt: Ich existiere nicht mehr. Ich mache alles nur noch für andere. Natürlich liebe ich mein Kind über alles. Aber ich liebe auch mich selbst, und es ist menschlich, dass es wehtut, wenn ich keine fünf Minuten für mich finde.

Manchmal lag es auch an mir, weil ich dachte, mein Kind braucht mich jede Sekunde. Das stimmt nicht. Mein Kind braucht auch andere Menschen, und es ist völlig in Ordnung, wenn es nicht 24 Stunden am Tag nur mit mir verbringt. Mit meinem Kind werde auch ich als Mama erwachsen. Und um eine gute Mama zu sein, muss ich auch für mich selbst sorgen.

Was mir Kraft gibt

Meine Zeit allein nutze ich für Sport. Das gibt mir Kraft und das Gefühl, dass ich alles schaffen kann. Jede von uns hat etwas, das sie entspannt und glücklich macht – etwas nur für uns und unsere Seele. Ich glaube, dass wir mit der Zeit ein Gleichgewicht finden zwischen Zeit mit der Familie und Zeit mit uns selbst. Ich bin schon stolz, wenn ich die Hälfte davon schaffe.

Nach einem Jahr mit einem völlig neuen Rhythmus hab ich mich wiedergefunden. Ich existiere wieder. Wie es danach weiterging, erzähl ich in The way back to myself.

Zwei Übungen für schwierige Tage

Diese beiden Übungen aus der Positiven Psychologie haben mir sehr geholfen. Viele weitere lernen unsere Kundinnen im Gespräch bei uns im Institut.

1. Die Selbstmitgefühlspause

Ziel: freundlicher mit dir umgehen und deine Gefühle achtsamer wahrnehmen. Dauer: etwa eine Minute.

Wird dir die Situation erst später bewusst, kannst du die Übung auch im Nachhinein machen.

2. Der Mini-Urlaub

Ziel: mehr positive Gefühle erleben und Genuss zur Gewohnheit machen.

Ideen: einen Kaffee oder Tee in Ruhe trinken, eine Massage, mit einem lieben Menschen telefonieren, ein paar Seiten lesen, spazieren gehen, eine lustige Serie, kuscheln, etwas Gutes kochen, ein Mittagsschlaf, Musik hören.

Der Doppelblick: Haut & Psyche

Zwei Blickwinkel, eine Haut

Donna Kolarič, Diplomkosmetikerin · Standortleiterin LeibnitzAus Sicht der HautDonna Kolarič · Diplomkosmetikerin · Standortleiterin Leibnitz

Ich weiß selbst, wie schnell die eigene Pflege in der Babyzeit ans Ende der Liste rutscht. Eine Stunde auf der Liege ist dann mehr als eine Behandlung: endlich einmal nichts müssen.

Viele Mamas schlafen bei uns kurz ein. Das freut mich jedes Mal.

Mag. David Kleiner, PsychologeAus Sicht der PsycheMag. David Kleiner · Psychologe (BÖP) · Gründer

Donnas Satz „Ich existiere nicht mehr“ hab ich hier bei uns immer wieder von Müttern gehört. Er ist kein Zeichen von Undankbarkeit, sondern ein Signal: Die eigenen Reserven sind leer.

Die beiden Übungen wirken, weil sie klein sind. Selbstmitgefühl beruhigt in akuten Momenten, geplante Mini-Urlaube füllen die Reserven Schritt für Schritt wieder auf.

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Häufige Fragen zu Zeit für dich als Mama

Gut zu wissen

Ist es egoistisch, sich als Mama Zeit für sich zu nehmen?

Nein. Wer gut für sich sorgt, hat mehr Geduld und Kraft für das Kind. Viele Mamas fühlen sich dabei trotzdem schuldig. Dieses Gefühl ist normal, aber kein Beweis, dass du etwas falsch machst.

Wie finde ich als Mama Zeit für mich?

Fang klein an: fünf Minuten am Tag, fix im Kalender. Nimm Hilfe von Partner, Familie oder Freundinnen an. Der Mini-Urlaub aus diesem Artikel hilft dir, solche Momente zur Gewohnheit zu machen.

Was ist eine Selbstmitgefühlspause?

Eine kurze Übung für schwierige Momente: das Gefühl wahrnehmen und benennen, dich daran erinnern, dass es anderen auch so geht, dir eine beruhigende Berührung schenken und freundliche Worte für dich finden.

Wann sollte ich mir Unterstützung holen?

Wenn die Erschöpfung über Wochen nicht besser wird, du dich dauerhaft niedergeschlagen fühlst oder kaum Freude empfindest, sprich mit deiner Ärztin, Hebamme oder einer Psychologin. Im Mama Special begleitet dich unsere Psychologin Mag. Karen Hecht.

Dieser Artikel informiert und ersetzt keine ärztliche Abklärung. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden wende dich an deine Hautärztin oder deinen Hautarzt.

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